4. Ausstattung: Taufe, Grabplatten


Foto: Ulrich Ahrensmeier
Nicht weniger bedeutsam ist der bronzene Taufkessel, vermutlich eine Hildesheimer Arbeit aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das runde Becken wird von drei knienden Männerfiguren ohne Fußplatte getragen, die für die Bildnisdarstellungen des Meisters und seines Gesellen gehalten werden.

Die Kesselaußenfläche ist achtteilig. Eselsrücken und Fünfpassmaßwerk verbinden die fialengeschmückten Pfeilerchen. In den dadurch herausgebildeten Scheinnischen stehen die fast vollplastischen Figuren der heiligen Matthäus, Andreas, Thomas, Bernward, Nikolaus, Katharina und Gertrud und im Zentrum Christus am Kreuz zwischen Maria und Johannes.

Die am oberen Rand eingegrabene gotische Inschrift lautet übersetzt: "Ich sah Wasser ausgehen vom Tempel, und alle, zu denen es kam, sind durch dasselbe gerettet" – eine Antiphon, die in der Osterzeit zur Wasserweihe frei nach Ezechiel 47 gesungen wird. Der zweite Spruch ist eine weitere Antiphon zur Wasserweihe: "Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich schneeweiß werde" (Ps 51,9). Am unteren Rand sind die Namen der dargestellten Heiligen aufgeführt.


Weitere bronzene Taufbecken befinden sich in der benachbarten Marktkirche St. Georgii et Jacobi, von denen eine bis zur Zerstörung ihren Platz in St. Aegidien hatte. Rund 100 Jahre später entstanden, besitzen sie die Form eines Kelches mit anderem bildnerischen und ornamentalen Programm.

Foto (Ausschnitt): Ulrich Ahrensmeier

Die im Schiff hängenden Kronleuchter aus den Jahren 1688, 1717 und 1753 konnten 1943 aus der Aegidienkirche gerettet werden.

F. W. Schilling in Heidelberg goss 1961 die vier Läuteglocken sowie die beiden Uhrschlagglocken. Eine dritte Schlagglocke überstand den Krieg in der Schlosskirche. Zwei unzerstörte Glocken von St. Crucis läuten seit deren Wiederaufbau im Turm der Marktkirche.

Um den weiteren Verfall aufzuhalten, sind zwei Epitaphien von der südlichen Außenwand in das Innere links und rechts neben der Orgelempore verbracht worden. Es sind die Grabdenkmale des Hermann Westenholz, gestorben 1654, und seiner Frau Mintha Paxmann, gestorben 1636. Die mit reichem bildhauerischem Schmuck verzierten Kostbarkeiten zeigen in einem Mittelfeld eine Kreuzabnahme, im anderen Christus als Gärtner. Sie gehören mit zu den schönsten Renaissance-Denkmalen im Ohrmuschelstil, die Hannover noch besitzt. Als Bildhauer für beide wird Ludolf Fine vermutet.

Aus der Fülle der Grabplatten, die außen und innen aufgestellt sind, muss als besonderes Stück auf die im Kirchraum unterhalb des ersten nordseitigen Fensters stehende Platte hingewiesen werden. Sie wurde 1322 für Johann Stenhus und seine Frau Hildegardis (gestorben 1335) geschlagen. Nach dem Kriege wurde sie zerbrochen aus dem Schutt der Schlosskirche geborgen; sie fand 1960 hier ihren Platz.

Ritzgrabplatten dieser Art mit umlaufenden Inschriften sind keine Seltenheit. Diese Grabplatte zeichnet jedoch die Darstellung auf der Sockelzone aus. Sie ist das älteste Gruppenbild einer hannoverschen Familie und erhält ihren Reiz dadurch, dass auf einen bisher üblichen Schematismus der Wiedergabe zugunsten einer unterschiedlichen der einzelnen Familienmitglieder verzichtet wurde. Trotz sparsamster Zeichnung sind die Altersunterschiede und die verschiedenen Charaktere der Personen ziemlich deutlich abzulesen.

Aus der gleichen Zeit stammend und auch aus der Schlosskirche gerettet, ist noch die ebenfalls in Ritztechnik gestaltete Grabplatte des Didericus de Rintelen von 1321 zu nennen. Sie ist das älteste Grabdenkmal Hannovers.

Foto: Ulrich Ahrensmeier

Insgesamt 36 Register umfasst die von der Werkstatt Hammer 1965 gebaute neobarocke Orgel.


Mehr zur Orgel der Kreuzkirche: http://www.kreuzkirche-hannover.de/kirchenmusik/1180023331.html.

Mehr zu den Kronleuchern der Kreuzkirche: http://www.kreuzkirche-hannover.de/geschichte/renovierung.html.