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Nachdem die Herzöge zu Calenberg-Göttingen Hannover 1636 zu ihrer Hauptstadt wählten, bauten sie die Klostergebäude zu ihrer Residenz aus. Die ehemalige Barfüßerklosterkirche wurde mit der Weihe am 10. Juli 1642 Ev.-luth. Hof- und Schlosskirche. Seitdem diente sie der Personalgemeinde der Mitglieder des Hofes und der Regierung als Gottesdienstraum. Zum ersten Prediger wurde Justus Gesenius, Schöpfer eines Gesangbuches und eines Katechismus, berufen. Unter dem katholischen Herzog Johann Friedrich war die Kirche von 1666 bis 1680 in katholischem Besitz. Zur Beisetzung von Gliedern des Herzoghauses erhielt sie unterhalb des Chores eine Gruft. Der jetzt in der Kreuzkirche stehende Cranach-Altar gelangte 1675 von Einbeck hierher und wurde in den katholischen Altaraufbau eingefügt. Nach einem Brand 1706 erstmals umgebaut, bekam der Innenraum der Kreuzkirche 1723 durch den Einbau von Emporen das typische Gesicht eines lutherischen Predigtraumes, wie er noch bei vielen Kirchen im hannoverschen Umland erhalten ist. Durch die französische Besatzung hatte der Bau stark gelitten. Mit der notwendigen Wiederherstellung wurde der Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves (1788–1864) im Jahre 1826 beauftragt. Der Umbau im »gotischen Style« zog sich bis Pfingsten 1839 hin. Nach der Umgestaltung hatte das Schiff einen fast quadratischen Grundriss, da der kurze Chor der mittelalterlichen Kirche noch zugunsten einer neu einzurichtenden Wachstube verkürzt werden musste. Das Wölbsystem des aus dem 15. Jahrhundert stammenden Bauwerkes blieb unangetastet. Laves überzog alle Pfeiler und Kapitelle mit Stukkaturen in neugotischem Stil. Der Wölbung wurde ein reich gegliedertes Netzgewölbe aufgeformt, alle Flächen der Wände und Emporen mit rhythmischen Spitzbogensystemen aufgelöst. Alle Emporen standen nach englischem Muster auf fächerförmig ausgebildeten Stützen. Der von Laves in Norddeutschland nach englischem Vorbild erstmals geprägte Spitzbogenstil war von großer Genialität und besonders im ehemaligen Königreich Hannover verbreitet. Conrad Wilhelm Hase, der in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts als eigentlicher Schrittmacher der Neugotik gilt, hat diesen Spitzbogenstil weiter differenziert und dem von Laves gestalteten seine Einfachheit genommen. Schloss und Kirche wurden im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Nicht durchführbare Sicherungsmaßnahmen führten zum Einsturz der Gewölbe. Dadurch waren weitere Gottesdienste in der Schlosskirche unmöglich. Im Zuge des Wiederaufbaues des Schlosses zum Niedersächsischen Landtag schied eine Wiederherstellung der Kirche aus. Deshalb zog die Schlosskirchengemeinde, erweitert um Angehörige der niedersächsischen Ministerialbehörden, in die Kreuzkirche um, die seitdem Schloss- und Stadtkirche St. Crucis heißt.
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