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Das neue Kirchspiel umfasste ein Gebiet, das heute etwa von folgendem Straßenzug umschlossen ist: Roßmühle, Ballhofstraße, Knochenhauerstraße, Corvinusweg, Kleine Packhofstraße, Georgstraße, Am Steintor, Goethestraße, Am Hohen Ufer. Um den Parochianen sofort den Gottesdienst in eigenen Räumen zu ermöglichen, wurde ihnen die Hospitalkirche St. Spiritus an der Knochenhauerstraße/Ecke Schmiedestraße zugewiesen.
1296 ging das Patronat vom Herzog auf die Stadt über. Die Benutzung der Hospitalkirche muss von Beginn an als Notbehelf gedacht gewesen sein; denn schon bald begann aus »milden Gaben« ein Neubau zwischen Burg- und Knochenhauerstraße zu wachsen, der zwischen dem 3. und 11. April 1333 geweiht wurde. Die Weihe geschah »in honorem St. Spiritus et Crucis«. Jedoch wird der Neubau bald nur noch St. Crucis genannt. Als Material wurde Kalkstein vom benachbarten Lindener Berg für den Bau der Pfarrkirche verwendet.
Turm, Schiff und Chor sind zur gleichen Zeit nach einem einheitlichen Plan aufgemauert worden. Während Turmhalle und Chor Anfang des 14. Jahrhunderts ihre Wölbung erhielten, war das Schiff ursprünglich mit einer flachen Decke überspannt, obwohl außen angelegte Strebepfeiler auf eine sofort beabsichtigte Einwölbung schließen lassen.
Der Chor ist durch einen kämpferlosen profilierten Spitzbogen vom Schiff geschieden. Leider sind die ursprünglichen Maßwerkformen der langen und schmalen Fenster nicht überliefert. Am Äußeren beschränkt sich die Bauzier auf ein schräges Sockelprofil, ein unterkehltes Kaffgesims und ein Traufgesims mit kräftiger Kehlung. Einige Strebepfeiler besitzen auf ihren Hauptseiten flachreliefiertes Maßwerk. Eine dem Mittelalter gemäße achtseitige steile Spitze saß dem dreigeschossigen Turmschaft auf. Das auf die vier Joche angelegte Schiff genügte den Gottesdiensten bis zu der am 14. September 1533 eingeführten Reformation. Über die Innenausstattung ist uns nur die Zahl der Altäre und deren Patrozinien bekannt. In dem kleinen Kirchenraum konnte immerhin außer am Hauptaltar noch an weiteren sechzehn Altären gebetet werden. Noch vorhanden ist der um 1450 gegossene Bronzetaufkessel. |
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