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In den Wirren der Franzosenzeit wurden die Flügelaußenseiten abgetrennt. Sie kamen 1816 zunächst in die Sammlung Hausmann, 1857 in königlich-hannoverschen Besitz und wurden 1925 von der Niedersächsischen Landesgalerie erworben. Das Mittelbild und die beiden Flügel kehrten jedoch bald in die Schlosskirche zurück. Seit Ende des Krieges gehört der Altaraufsatz der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers.
Das bedeutsame Altarwerk ist eine signierte Arbeit aus der Werkstatt des Wittenberger Malers Lucas Cranach d. Ä.; es dürfte vor 1537 gemalt worden sein. Der Altar zeigt im Mittelfeld eine volkreiche Kalvarienbergdarstellung mit dem Kreuz Christi in der Mitte; die Kreuze der Schächer sind ihm schräg zugewendet. Dazwischen und davor eine dicht gedrängte Figurenmenge, rückwärts Soldaten mit empor gestreckten Speeren und Lanzen. Links davor die Gruppe der Trauernden, noch weiter vorn die um das Kleid Christi würfelnden Knechte, rechts der Hauptmann und andere zu Pferd, dazu mancherlei Motive: ein Mann mit einem Kind an der Hand, ein Gewappneter, ein Hund, ein Kamel und anderes. Auf den Flügelinnenseiten sind die Patrone der Stiftskirche zu Einbeck, Alexander und Felicitas, dargestellt.
Und wie viele Schönheiten birgt dieses Mittelbild. Vorzüglich der Kopf der Maria Magdalena, die am Kreuzesstamm kniet, vorzüglich auch die Köpfe der Trauernden, mancher unter dem Volk, in dem man geneigt sein könnte, Porträts zu erkennen. Anderes ist schwächer, aber beispielsweise sind die Pferde auch nicht plumper als in anderen gesicherten Bildern von Lucas Cranach dem Älteren, dessen Meisterschaft die Köpfe der Maria Magdalena und der Trauernden wohl würdig sind; gut auch der Kopf des Mannes mit dem Turban. Cranach hat die Kreuzigung gewiss nicht allein gemalt, Gehilfen haben mancherlei ausgeführt, aber es geschah unter seiner Kontrolle ... Um ein Grad schwächer sind die Martyrienbilder, aber auch sie sind reizvolle Zeugnisse der Kunst Cranachs des Älteren und seiner Werkstatt. Anders verhält es sich mit den Flügelinnenseiten, den stehenden Heiligen und den Steinbögen an ihren oberen äußeren Ecken. Dass auch sie von einem Schüler oder Mitarbeiter Cranachs ausgeführt worden sind, ist gewiss“ (gekürzt aus einem Gutachten von Alfred Stange).
Eine weitere Besonderheit des Kreuzkirchenaltars ist die mensa (Altarplatte), in deren Mitte sich ein leeres Reliquiengrab befindet (Altar-Sepulcrum), umrahmt von in den Stein eingemeißelten Kreuze. Diese mensa wurde seinerzeit bei der Entsakralisierung der Schlosskirche anlässlich des Ausbaues des Leineschlosses zum Landtagsgebäude aus einer Wand herausgenommen und in der Kreuzkirche als Altartisch wiederverwendet. Sie stammt vermutlich aus dem Minoritenkloster St. Maria, das an der Stelle des heutigen Leineschlosses im Jahr 1291 gegründet worden war. Die mensa des Kreuzkirchenaltars ist damit die älteste mensa Hannovers, die bis heute im gottesdienstlichen Gebrauch ist.
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